25 JAHRE MINIATUR WUNDERLAND: VON DER SPEICHERSTADT UM DIE WELT
Als am 16.08.2001 um 12.00 Uhr die ersten Gäste das Miniatur Wunderland betraten, konnte sich noch niemand vorstellen, was in diesem alten Hamburger Speicher entstehen würde. Kurz zuvor hatte Wunderland-Gründer Frederik Braun während der Eröffnungszeremonie mit dem damaligen Hamburger Bürgermeister Ortwin Runde noch vollmundig verkündet: „Es ist zwar noch nicht fertig, aber der erste Bauabschnitt ist nun erledigt. Damit sind 300 von 544 Quadratmetern Traumlandschaft verwirklicht.“ Und sein Zwillingsbruder Gerrit fügte, in die Zukunft gerichtet, hinzu: „Am Ende werden 500 Züge mit 7.000 Waggons auf 5.000 Metern Gleis fahren.“ 25 Jahre später ist noch kein Ende in Sicht – sicher ist nur, dass die beiden mit ihren damals vollmundigen Prophezeiungen völlig danebenlagen.
Mittlerweile sind aus 300 Quadratmetern 1.694 geworden, aus 5.000 Metern Gleis 16.491 und aus 500 Zügen, die einmal das Ziel für den Endausbau waren, 1.231 mit über 12.000 Waggons. Auch im Hinblick auf Bekanntheit und Besucherzahlen haben sich die Wunderland-Gründer komplett verrechnet: In den ersten Prognosen hofften die beiden auf 100.000 Besucher im Jahr. Im März 2025 durfte das Wunderland seine 25-millionste Besucherin begrüßen, allein für 2026 wird mit etwa 1,6 Millionen Besucherinnen und Besuchern gerechnet. Menschen aus allen Teilen der Welt reisen inzwischen eigens für den Besuch des Wunderlandes nach Hamburg.
„Wenn ich zurückblicke auf die Nacht vor unserer Eröffnung, in der ich vor Sorge kein Auge zubekommen habe, und das mit dem vergleiche, was daraus geworden ist – dann fehlen mir noch heute manchmal die Worte“, sagt Frederik Braun. „Die Deutsche Zentrale für Tourismus fragt jedes Jahr zehntausende Deutschlandbesucher aus dem Ausland nach ihrer beliebtesten Sehenswürdigkeit. Mittlerweile wurde das Wunderland schon zum sechsten Mal vor dem Kölner Dom, dem Brandenburger Tor, dem Europa-Park oder Schloss Neuschwanstein auf Platz 1 gewählt. Das hätte ich damals für schlichtweg unmöglich gehalten.“
Sein Bruder Gerrit fügt hinzu: „Die letzten 25 Jahre fühlen sich wie ein Märchen an. Wir hatten Hollywood und Rockstars zu Gast, Staatsgäste, schwärmende Modellbahner und viele Millionen begeisterte Kinder. Es gibt Tage, da wollen drei Mal so viele Menschen ins Wunderland, wie wir maximal hineinlassen können. Ich liebe unsere Welt aus vollem Herzen, aber dass so viele diese Liebe teilen, hätte ich nicht erwartet.“
Blickt man zurück ins Jahr 2001, in die Zeit des aufblühenden Internets, hätte kaum jemand damit gerechnet, dass sich aus einem leicht angestaubten Hobby, dessen große Zeit längst vorbei schien, eine Weltattraktion formen ließe.
Die Gründe für den Erfolg sind vielfältig. „Wir haben das unglaubliche Privileg, dass wir uns die Zeit für Perfektion leisten dürfen. Wir arbeiten seit 25 Jahren an einem einzigen Objekt, das Tag für Tag um ein paar Zentimeter wächst. Ein Werk, das hoffentlich nie enden wird, weiterwächst und sich auch selbst erneuert“, sagt Modellbauleiter Gerhard Dauscher, wenn er über die Einzigartigkeit des Miniatur Wunderlandes nachdenkt. Fragt man Besucher, was sie am meisten schätzen, tauchen immer wieder dieselben Begriffe auf: Detailliebe, Kreativität, Perfektion – und immer neue Erfolge.
An diesen mangelt es nicht. 2001 die Eröffnung des Wunderlandes, 2002 Hamburg, 2003 Amerika, 2004 der millionste Besucher, 2005 schon Skandinavien, 2007 die Schweiz, dann der Knuffingen Airport, der weltweite Schlagzeilen machte, das Bundesverdienstkreuz für die Gründer, über 20 Besucherrekorde, immer neue Speicherflächen, fünf Guinness-Weltrekorde, 2016 Italien und Venedig, die Biografie von Gerrit und Frederik auf Platz 1 der Bestsellerliste, mehrere Milliarden TV-Zuschauer, 2020 die Brücke über das Fleet, Rio de Janeiro und 2022 eigene Virtual-Reality-Welten, der Wunderland-Kinofilm auf Platz drei der Kinocharts, 2023 die Eröffnung von Patagonien, 2024 Monaco mit der Fürstenfamilie, die 25-millionste Besucherin, zum sechsten Mal Deutschlands beliebteste Sehenswürdigkeit, 450 Mitarbeitende – und schließlich sogar ein ICE namens Knuffinen. Aus einer verrückten Idee ist in 25 Jahren ein Welterfolg geworden.
„Unsere Stärke ist nicht das Verwalten, sondern Ideen und Orte zum Leben zu erwecken. Wir haben so viele Ideen, für die wir noch keine Zeit hatten. Aktuell arbeiten wir an einem großen neuen Kinofilm, an den letzten Bereichen unserer Südamerika-Dekade, bereiten Asien vor, spielen mit neuen Technologien und haben auch noch anderen Quatsch im Kopf“, berichtet Sebastian Drechsler, einer der Wunderland-Macher und jüngerer Bruder von Gerrit und Frederik.
500 SCHICKSALE, TRÄNEN IM TEAM – UND 80 GÄSTE, DIE EINFACH MAL 100 FREMDE EINLUDEN
25 Jahre Wunderland – das muss mit der verrücktesten Nacht unserer Geschichte gefeiert werden. Seit Monaten bereiten wir das Spektakel vor. Aber nur 600 Menschen passen in unsere Jubiläumsnacht. Mehr nicht. Uns war aber sofort klar: 100 Plätze sollen an Menschen gehen, die sich die 150 Euro Eintritt schlicht nicht leisten können oder gerade eine verdammt schwere Zeit durchmachen. Und dann mussten wir an unsere jährliche „Kann ich mir nicht leisten“-Aktion denken. Jedes Jahr schreiben uns Menschen: „Ich würde gerne jemand anderem den Eintritt bezahlen.“
Dieses Mal haben wir gedacht: Dann probieren wir das einfach mal aus. Die letzten 80 Tickets haben wir versteigert. Wer mitbot, finanzierte damit gleichzeitig den Besuch eines anderen Menschen. Alles über 300 Euro pro Ticket ging zusätzlich an unseren Verein Kleine Wunder e.V.
Ganz ehrlich? Wir wussten nicht, ob das funktioniert. Es hat uns umgehauen. Das höchste Gebot lag bei über 600 Euro für ein einziges Ticket. Am Ende hatten 80 Gäste nicht nur sich selbst, sondern tatsächlich alle 100 eingeladenen Menschen finanziert. Und obendrauf kamen noch 3.000 Euro für Kleine Wunder e.V.
Wir dachten, das wäre die Geschichte. War sie nicht. Die Geschichte waren die fast 500 Bewerbungen.
Eine junge Mutter kämpft sich nach künstlichem Koma und Krebs endlich zurück ins Leben und wünscht sich einfach einen Abend mit ihrem Mann.
Ein ehemaliger Afghanistan-Soldat schreibt, das Wunderland sei „Medizin für seine Seele“.
Ein 28-Jähriger hat nach einem Unfall sämtliche Erinnerungen verloren. Seine Eltern entdecken mit ihm die Welt noch einmal von vorne.
Eine Witwe möchte ihren vier Kindern, darunter Drillinge, drei Jahre nach dem Tod ihres Mannes, der beim gemeinsamen Urlaub in der Nordsee ertrunken ist, endlich wieder einen gemeinsamen, unbeschwerten Abend schenken.
Menschen erzählen von Pflege, Behinderung, Depressionen, Armut, Krebs, Verlust und davon, dass ein paar Stunden Staunen für sie gerade unbezahlbar wären.
Wir wollten eigentlich alles lesen, auswerten und dann als Jury auswählen. Nach den ersten Mails wussten wir: Das können wir nicht. Bei uns im Team sind Tränen geflossen. Ein paar Plätze haben wir dann spontan gemeinsam vergeben. Die meisten anderen mussten wir am Ende auslosen. Nicht, weil uns die Geschichten egal waren. Sondern weil sie uns alle gleichermaßen berührt haben.
Was bleibt? Nicht die Versteigerung. Nicht die Rekordgebote.
Sondern die Erkenntnis, dass 80 Menschen völlig fremden Menschen eine Nacht geschenkt haben, die sie niemals vergessen werden.
Ganz ehrlich? Genau so haben wir uns unseren 25. Geburtstag immer gewünscht.
Weitere Zahlen, Daten und Informationen zu 25 Jahre Miniatur Wunderland finden Sie hier in unserer Pressemappe.
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Videomaterial aus 25 Jahren Miniatur Wunderland
In diesem Zusammenschnitt finden Sie verschiedene Sequenzen aus der Geschichte des Wunderlands. Von den ersten Renovierungsmaßnahmen am Speicher, über den Bau der einzelnen Abschnitte bis hin zu den diversen Meilensteinen.
























































